Wörterbuch für Systemisches Coaching (Teil 3)

Als von Natur aus neugieriger und durchaus auch naturwissenschaftlich interessierter Mensch möchte ich mich dem Thema zunächst sprachlich, dann vor allem neurowissenschaftlich widmen, bevor ich den systemischen Blick darauf werfe – und diesen dann in einem weiteren Beitrag um den hypnosystemischen ergänze. Ein wesentlicher Grund dafür ist: Geht es im Einzelcoaching um Selbststeuerung des Coachees, so ist es hilfreich, mehrperspektivisch schauen zu können. Neurowissenschaften und Systemtheorie sind zwei unterschiedliche Beschreibungsebenen. Die soziologische Systemtheorie als Metatheorie der Beobachtung bzw. als Landkarte von Systemen und die Neurowissenschaften als biologische Ebene im Hinblick auf Wirkmechanismen mentaler Prozesse.
Wörterbuch für Systemisches Coaching (Teil 2)

Dort, wo ich beruflich sozialisiert wurde, hat man eine Haltung. Nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Ich bin groß geworden mit einem humanistischen Menschenbild: Carl Rogers und Ruth Cohn. Ich habe mich intensiv mit Viktor Frankl und Virginia Satir beschäftigt. All diese Ansätze sind von humanistischen Werten geprägt: Freiheit, Würde und Selbstverwirklichung.
Als ich vor gut 20 Jahren erstmalig mit der soziologischen Systemtheorie in Kontakt kam, war ich sehr irritiert. Welche Werte gibt es hier? Wie steht man hier zum Menschen? Welche Haltung hat man hier?
Weiterlesen: Professionelle Haltung - systemtheoretische Reflexionen
Wörterbuch für Systemisches Coaching (Teil 1)

„Ich arbeite ganzheitlich“ so oder so ähnlich hören oder lesen wir von Coaches. Gemeint ist meist: "Ich sehe den ganzen Menschen" als Einheit von Körper, Geist und Seele. Gedanken, Gefühle, Beziehungen, ja sogar die Rollen in der Arbeitswelt als authentischer Ausdruck der Persönlichkeit gehören dazu und zusammen. Wer sich nur ansatzweise mit der Systemtheorie Niklas Luhmanns beschäftigt hat, erkennt sofort, warum das Wort „Ganzheitlichkeit“ nicht gerade das Markenzeichen von Systemtheoretikern ist. Dazu mehr im folgenden Beitrag.
Transformationsbegleitung (10)

Dieser Satz aus Klaus Eidenschinks "Verunsicherungsbuch" lässt mich als Begleiterin von Veränderungsprozessen länger innehalten. Es gab sofort ein inneres „Ja!“ bei mir: genau dieser Unterschied, der hier gemacht wird, ist aus meiner Erfahrung heraus wesentlich. Dabei scheinen die beiden Botschaften als solches nicht neu – jedoch die Gegenüberstellung der beiden Aussagen. Und: Diese Aussage hat Folgen für einen Coach in der Begleitung von Transformationsprozessen.
Weiterlesen: Loslassen führt zu Schmerz, Festhalten führt zu Leid
Transformationsbegleitung (9)

… sie spielt auch auf der Hinterbühne
„Wir müssen unsere Kultur den neuen Gegebenheiten anpassen.“, so manche Auftraggeber. Als Organisationsberaterin soll ich dabei unterstützen. Es gibt oft eine klare Vorstellung davon, wie die Kultur nachher aussehen soll: Mehr Selbstverantwortung, mehr Kollegialität und Kooperation, schnellere Kommunikation, mehr Potentiale wirksam werden lassen. Klare Sache. Also machen wir einen Workshop dazu – damit werden wir die Kultur verändern. Oder?